Die 24 beweglichen Wirbel sind durch Bandscheiben und Wirbelbogen - gelenke sowie Bändern und Muskeln miteinander verbunden
Die Bandscheibe wird hier zwischen den Wirbelgelenken mit Ihrem typischen gallertartigen Kern (Nukleus) dargestellt. Die Bandscheibe ist ein aus vielen Ringfasern bestehender Puffer und ist mit den Wirbelkörpern jeweils an deren Decken verwachsen. Sie ist Schmerzunempfindlich und nicht durchblutet. Sie wird über die Entlastung und Belastung der gesamten Wirbelsäule ernährt (Diffusion). Dabei ziehen die Wirbelkörper jeweils die Bandscheibe auseinander (= Entlastung) oder stauchen Sie zusammen (= Belastung).
Protrusion = Vorwölbung der Ringfasern. Keine neurologischen Ausfälle.
Die Beschwerden sind lokal begrenzt. Der Beginn ist schleichend. Eine zeitweise Schonhaltung ist typisch.
Prolaps = nicht intakte Ringfaser, dadurch kommt es zu einer Vorwölbung des Gallertkerns. Neurologische Ausfälle (Sensibilitäts- und Kraftminderung, Reflexabschwächung. Die Beschwerden (Schmerz) sind austrahlend. Plötzlicher Beginn, permanente Schonhaltung.
Im jugendlichen Alter findet sich eine klare Trennung zwischen
[1] Bandscheibe und
[2] Ringfasern
Bei der "Protrusion" findet sich lediglich eine Vorwölbung der
[1] Bandscheibe Pathomechanismus: Mit zunehmendem Alter findet sich
eine Strukturdegeneration der
[2] Ringfasern der Anulus fibrosus buckelt sich vor.
Bei "Prolaps" ist die [1] Bandscheibe
durch die [2] Ringfasern durchgebrochen und
komprimiert die Nervenwurzel.
Pathomechanismus: Die Strukturdegeneration der
Ringfasern führt zum Einreißen desselben.
Die Bandscheibe dringt durch die Ringfasern
nach außen.
Bei dem dargestellten "medialen Prolaps" der LWS
drückt die Bandscheibe auf das verlängerte Rückenmark.
Rechte Abbildung: Normalbefund
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Facharzt für Neurochirurgie

