Wenn wir den Arm heben, laufen oder auch nur stehen, sind das ganz selbstverständliche Dinge. Doch hinter den Bewegungen, die wir Tag für Tag ungezählte Male verrichten, steckt ein ausgefeiltes System aus Knochen, Gelenken, Muskeln, Bändern und Sehnen - der Stütz- und Bewegungsapparat unseres Körpers, übrigens unser größtes Organsystem. Die stabile und doch bewegliche Grundlage bildet das Skelett, das aus 245 Einzelknochen besteht. Es bietet Schutz für lebenswichtige Organe wie Herz, Lunge, Gehirn und Rückenmark und stützt zugleich unseren Körper ähnlich den Pfosten und Balken eines Hauses.
Im Mittelpunkt des Knochengerüstes steht die Wirbelsäule als elastischer, S-förmiger Stab, der die Masse des Körperstamms und der oberen Gliedmassen trägt. Sie ist die zentrale Trag- und Stützkonstruktion unseres Körpers. Die Wirbelsäule ist für diese Belastungen von Natur aus gut ausgestattet: Sie bestehet aus 33 stabilen Wirbeln, die durch kleine Gelenke untereinander beweglich verbunden sind. Man unterscheidet Halswirbel (der Hals), Brustwirbel (der Rücken), Lendenwirbel (das Kreuz), Kreuzbein und Steißbein.
Die Bandscheiben als elastischer Puffer zwischen den Wirbeln sorgen dafür, dass Druck und Stöße abgefedert werden. Zahlreiche Muskeln, Bänder und Sehnen halten diese stabile Säule zu einer Einheit, dem Rückgrat, zusammen.
Einerseits bietet sie Stabilität, indem sie einen großen Teil unseres Körpergewichtes trägt und stützt, andererseits ermöglicht sie die Bewegung des Rumpfes. Es wird oft der Vergleich mit dem Mast eines Schiffes herangezogen. Dabei wird die Wirbelsäule im Becken verankert und erhebt sich bis in die Region des Kopfes. In Schulterhöhe trägt der Mast als quere Rahe den Schultergürtel. Stabilisiert wird dieser Mast durch die Muskeln und Bänder des Rücken und des Bauches.
Von der Seite betrachtet ist die Wirbelsäule nicht gerade wie, sondern sie weist die typische Doppel S - Krümmungen auf:
im Halsbereich A die Halslordose (Krümmung nach vorne)
im Brustbereich B, die Brustkyphose (Krümmung nach hinten)
im Lendenbereich C, die Lendenlordose (Krümmung nach vorne)
im Beckenbereich D, die Sakralkyphose (Krümmung nach hinten)
1.-7. Halswirbel, Vertebrae cervicales I-VII;
von lateral dorsal
10.-12. Brustwirbel, Vertebrae thoracicae X-XII,
und 1.-2. Lendenwirbel, Vertebrae lumbales I-II;
von lateral dorsal
Lumbale Zwischenwirbelscheibe,
Discus intervertebralis lumbalis;
von ventral kranial
Lumbales Bewegungssegment; Schema,
Medianschnitt
Lumbale Zwischenwirbelscheibe,
Discus intervertebralis lumbalis;
Medianschnitt
Kreuzbein, Os sacrum;
von ventral kaudal
Kreuzbein, Os sacrum;
Medianschnitt; von medial
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Facharzt für Neurochirurgie

